Mittwoch, 7. Oktober 2009
Ankunft in Tel Aviv und Jerusalem
kathrin schulz, 01:11h
Am Montag um 19:30 ging mein Flug von Berlin Tegel nach Tel Aviv. Der Flug verlief sehr gut, doch ich bedauerte, dass es anfing zu dämmern, als wir den Boden verließen, da man in den folgenden dreieinhalb Stunden in der Dunkelheit in 11 000 Metern Höhe nur sehr schwer kleine Lichter unter uns erkennen konnte.
Als das Flugzeug in Tel Aviv landete, stiegen mir beim Anblick des Lichtermeeres der Stadt Tränen in die Augen.
Entgegen meiner Erwartungen wurde ich bei meiner Ankunft kaum zu meiner Einreise befragt und auch mein Gepäck blieb von den Sicherheitskräften unangetastet. Ein Touristenvisum für drei Monate bekam ich problemlos.
Die Ankunftshalle des Flughafens Ben Gurion beeindruckte mich beim Hinaustreten aufgrund ihrer modernen Architektur.
Die Zeit zwischen meiner Ankunft um Mitternacht und meiner Abholung um sechs Uhr morgens durch Schwester Ruth und Schwester Kati verbrachte ich in ungemütlichen Sitz-, Lieg- und Kauerpositionen, die mich vom Schlafen abhielten. Jedoch gab mir dieser sechsstündige Aufenthalt auf dem Flughafen die Möglichkeit, die ankommenden und abholenden Menschen näher betrachten zu können. Besonders fielen mir hierbei die orthodoxen Juden aufgrund ihrer andersartigen Bekleidung auf, sowie aufgrund ihrer Schläfenlocken. Im Kontrast zu ihren verhüllten Körpern standen die anderen Wartenden, die lediglich kurze Hosen und T-Shirts trugen.
Auf der 45minütigen Autofahrt nach Jerusalem hatte ich das Glück, die Landschaft bei aufgehender Sonne erstmals sehen zu können.
Das Paulushaus, in dem wir schließlich ankamen, liegt direkt gegenüber vom Damaskustor und von der Terrasse hat man einen wunderbaren Ausblick über die Altstadt.
Es erwartete mich meine neue Zimmernachbarin Lisa, mit der ich mich unterhielt, bevor wir Frühstücken gingen. Den weiteren Tag verbrachten wir damit, das Zimmer weiter einzurichten, zum französischen Pilgerhaus Notre-Dame zu gehen, um uns über einen dort stattfindenden Sprachkurs in Ivrit zu informieren, Mittag zu essen, einen Mittagsschlaf zu machen und noch einmal zu dritt in die Stadt loszuziehen.
Dort wurde mir klar, wie wichtig es für die Menschen hier ist, ihren Glauben öffentlich zur Schau zu stellen. Ich fühlte mich hin- und hergerissen zwischen Faszination dieser Andersartigkeit zu Deutschland und einer inneren Ablehnung dieser religiösen Öffentlichmachung. Einen Augenblick lang wünschte ich mir in der Haut eines dieser jüdisch-orthodoxen Kinder zu stecken, welches mit seinen Eltern und seinen fünf Geschwistern, deutlich durch Bekleidung und Frisur gekennzeichnet, eilig durch die Straßen schritt, um seine Gedanken nachzuempfinden.
Abgesehen von den orthodoxen Juden trugen fast alle vorübergehenden Männer und Jungen eine Kippa auf dem Kopf, was ich ebenfalls als klares religiöses Statement verstand und was mich wieder über meine Gefühle uneinig mit mir selbst werden ließ.
Wohlbehalten kehrten wir ins Paulushaus zurück, um Abendbrot zu essen.

Blick von der Dachterrasse des Paulushauses am Morgen: Damaskustor
Als das Flugzeug in Tel Aviv landete, stiegen mir beim Anblick des Lichtermeeres der Stadt Tränen in die Augen.
Entgegen meiner Erwartungen wurde ich bei meiner Ankunft kaum zu meiner Einreise befragt und auch mein Gepäck blieb von den Sicherheitskräften unangetastet. Ein Touristenvisum für drei Monate bekam ich problemlos.
Die Ankunftshalle des Flughafens Ben Gurion beeindruckte mich beim Hinaustreten aufgrund ihrer modernen Architektur.
Die Zeit zwischen meiner Ankunft um Mitternacht und meiner Abholung um sechs Uhr morgens durch Schwester Ruth und Schwester Kati verbrachte ich in ungemütlichen Sitz-, Lieg- und Kauerpositionen, die mich vom Schlafen abhielten. Jedoch gab mir dieser sechsstündige Aufenthalt auf dem Flughafen die Möglichkeit, die ankommenden und abholenden Menschen näher betrachten zu können. Besonders fielen mir hierbei die orthodoxen Juden aufgrund ihrer andersartigen Bekleidung auf, sowie aufgrund ihrer Schläfenlocken. Im Kontrast zu ihren verhüllten Körpern standen die anderen Wartenden, die lediglich kurze Hosen und T-Shirts trugen.
Auf der 45minütigen Autofahrt nach Jerusalem hatte ich das Glück, die Landschaft bei aufgehender Sonne erstmals sehen zu können.
Das Paulushaus, in dem wir schließlich ankamen, liegt direkt gegenüber vom Damaskustor und von der Terrasse hat man einen wunderbaren Ausblick über die Altstadt.
Es erwartete mich meine neue Zimmernachbarin Lisa, mit der ich mich unterhielt, bevor wir Frühstücken gingen. Den weiteren Tag verbrachten wir damit, das Zimmer weiter einzurichten, zum französischen Pilgerhaus Notre-Dame zu gehen, um uns über einen dort stattfindenden Sprachkurs in Ivrit zu informieren, Mittag zu essen, einen Mittagsschlaf zu machen und noch einmal zu dritt in die Stadt loszuziehen.
Dort wurde mir klar, wie wichtig es für die Menschen hier ist, ihren Glauben öffentlich zur Schau zu stellen. Ich fühlte mich hin- und hergerissen zwischen Faszination dieser Andersartigkeit zu Deutschland und einer inneren Ablehnung dieser religiösen Öffentlichmachung. Einen Augenblick lang wünschte ich mir in der Haut eines dieser jüdisch-orthodoxen Kinder zu stecken, welches mit seinen Eltern und seinen fünf Geschwistern, deutlich durch Bekleidung und Frisur gekennzeichnet, eilig durch die Straßen schritt, um seine Gedanken nachzuempfinden.
Abgesehen von den orthodoxen Juden trugen fast alle vorübergehenden Männer und Jungen eine Kippa auf dem Kopf, was ich ebenfalls als klares religiöses Statement verstand und was mich wieder über meine Gefühle uneinig mit mir selbst werden ließ.
Wohlbehalten kehrten wir ins Paulushaus zurück, um Abendbrot zu essen.

Blick von der Dachterrasse des Paulushauses am Morgen: Damaskustor
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frank selig,
Sonntag, 11. Oktober 2009, 21:15
Herbstgrüße
Hallo Kathrin,
ein kleiner sonntäglicher Gruß aus dem verregneten Berlin. Schöne erste Eindrücke, die einem da ins Haus flattern. Ich bin gespannt auf Weiteres.
Frank
ein kleiner sonntäglicher Gruß aus dem verregneten Berlin. Schöne erste Eindrücke, die einem da ins Haus flattern. Ich bin gespannt auf Weiteres.
Frank
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